In „Harry und Sally“ behauptet Harry, Männer und Frauen könnten keine Freunde sein, weil ihnen immer der Sex dazwischenkomme. Ich würde es anders sagen: Sex kann eine Freundschaft komplizierter machen, muss es aber nicht. Eine Studie von 2013 fragte 308 Studierende, was aus ihrer letzten Freundschaft plus geworden war, nachdem der Sex aufgehört hatte: 18,5 Prozent waren nicht mehr befreundet, 31,5 Prozent noch befreundet, aber weniger eng, und die Hälfte fühlte sich so nah wie vorher oder sogar näher. Wer die Freundschaft verloren hatte, sagte häufiger, es sei dabei mehr um Sex als um Freundschaft gegangen, und fühlte sich stärker getäuscht. Das Risiko ist real, aber Harrys „immer“ hält nicht stand.
Quellen
- Owen J, Fincham FD, Manthos M: Friendship after a friends with benefits relationship: deception, psychological functioning, and social connectedness. Archives of Sexual Behavior 2013;42(8):1443–1449
- Lehmiller JJ: Can "Friends With Benefits" Ever Go Back To Just Being Friends. Sex and Psychology, 27. Dezember 2013 (Aufschlüsselung der Prozentwerte)
- Harry und Sally (1989), Wikipedia